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Schnipp Schnapp: Haare selbst schneiden [DIY]

 Ich mag lange Haare. An mir und an Anderen. Ich mag es, wenn sie lang, glänzend und gesund sind und man ihnen ansieht, dass sich um sie gekümmert wird. Was ich gar nicht mag, sind Haarbruch, Spliss und fusselige Spitzen, die aussehen, als hätte ein hungriges Monster an ihnen genagt.

Mangelnde Pflege kann ich mir bestimmt nicht vorwerfen, ständiges Offentragen der Haare aber schon, was natürlich große Angriffsflächen für Spliss & Co bietet.
Zu meiner Verteidigung muss ich anführen, dass meine Haare zickige Diven sind, die glücklicherweise in großer Anzahl vorhanden, aber in sich sehr sehr fein und empfindlich sind. Ein schräger Blick auf sie und sie splissen und brechen fröhlich vor sich hin. Reste von Blondierungen sowie unterschiedliche Haarlängen auf dem Kopf, was an natürlichen Haarzyklen aber auch an Überresten meines kreisrunden Haarausfalls von vor einigen Jahren liegt, tun ihr Übriges, um das Züchten langer Haare zu erschweren.

Und Züchten möchte ich, denn ich möchte sehen, was meine Haare unter diesen Umständen können, wie lang und gleichzeitig gesund und schön sie werden können. Die Betonung liegt hier eindeutig auf dem und, denn Qualität der Haare geht mir klar vor Quantität.

Das Ausgangsmaterial waren Haare von ca. 71 cm SSS (Stirn-Scheitel-Spitzen. Bei dieser Messmethode legt man ein Maßband vorn am Haaransatz der Stirn an und misst über den Scheitel bis zum längsten Haar. Diese Angabe ist also um eine Scheitellänge länger als die reale Länge, wird aber in Foren meist verwendet).

Nach meinem Schnitt bin ich nun bei 64,5 cm SSS. Klar macht mich der Längenverlust traurig, denn ich tümpelte Jahre zwischen 60 und 70 cm SSS herum und war so glücklich, die 70 endlich geknackt zu haben, aber der Zustand meiner Haare war für mich persönlich nicht mehr vertretbar.
So schnappte ich meine Haarschere und trimmte in einer doch recht spontanen Aktion.
Es ist sehr wichtig, dass man eine Haarschere, und nicht eine beliebige Küchen-oder Bastelschere benutzt, die vielleicht gerade zur Hand ist, denn diese sind zu stumpf zum Haareschneiden und drücken die Haare eher ab, als sie zu schneiden, was zu noch mehr Spliss führen kann. Meine Schere ist eine Jaguar Prestyle, die ich vor 1 1/2 Jahren erwarb.

 

Benötigte Utensilien zum Hareschneiden: Haargummi, Schere, guter feinzinkiger Kamm

 

Geschnitten habe ich, wie schon mehrere Male zuvor, nach der Methode von Feye.
Hier erklärt sie (auf Englisch) sehr schön, wie man eine gerade Kante, eine U-Form oder eine V-Form selbst schneiden kann.
Ich habe mich für die U-Form entschieden und bin wie folgt vorgegangen:

1. Haare gründlich mit einem sehr feinzinkigen Kamm kämmen.

2. Einen Mittelscheitel bis hinunter in den Nacken ziehen und die Haare an beiden Seiten über die Schultern nach vorn bringen. Nochmals kämmen. Je nachdem, wie tief man das U haben will, guckt man nun nach oben, geradeaus oder nach unten zum Boden.
Ich habe nach unten gesehen. Dann nimmt man jeweils die Haare, zieht sie schön glatt und trimmt sie, wobei man sie zwischen Zeige-und Mittelfinger klemmt. Darauf achten, dass beide Seiten schön gleichmäßig geschnitten sind.

3. Da man nun ein V hätte, aber ein U angestrebt wird, bindet man einen tiefen Pferdeschwanz im Nacken mit einem festen, aber flexiblen Hargummi. Mit der Hand hinter sich greifen und das Haargummi, mit Blick geradeaus oder leicht nach unten, möglichst dicht am Körper langsam herunterziehen. Wenn es einfacher ist, später von unten greifen.
Wenn man merkt, dass sich das Ende des Pferdeschwanzes nähert, bringt man ihn über eine Schulter nach vorn (Achtung, dass nichts verrutscht!). Dann greift man sich das Ende zwischen 2 Finger und schneidet den Zipfel des Vs ab.

4. Anschließend Pferdeschwanz öffnen, Haare kämmen, Mittelscheitel ziehen und Haare über beide Schultern nach vorn nehmen. Glattziehen und prüfen, ob alles gerade und ebenmäßig geschnitten wurde. Ansonsten korrigieren.

5. Haare kämmen und alle über eine Schulter nach vorne bringen. Eventuell überstehende Zipfelchen trimmen.

6. Fertig!

Einige visulle Eindrücke des Resultats:

 

Endresultat: Haare nach vorn genommen
Natürlicher Fall der Haare

Ich bin sehr zufrieden mit dem Schnitt, auch wenn ich mich jetzt noch kurzhaariger fühle als vorher schon. Dennoch ist es ein tolles Gefühl, die Haare jetzt ohne viele Knoten und ohne viel Ziepen kämmen zu können. Außerdem fassen sie sich viel schöner an. Und das Beste: ich trage nun komplett meine Naturhaarfarbe auf dem Kopf, alle Blondierreste sind eliminiert. :-)

Man sieht deutlich noch eine kleine Lücke in meinem U. Dies ist der letzte Rest an Schäden durch den kreisrunden Haarausfall, da ich eine riesengroße Stelle direkt im Nacken hatte. Der Nachwuchs ist noch nicht ganz auf der Höhe vom Rest, aber beim nächsten Trimm wird dieser Makel hoffentlich verschwunden sein.

 

Deutlich zu erkennen: Haarlücken aufgrund des überstandenen kreisrunden Haarausfalls, Close-Up

 

Eindruck von weiter weg

 

Nun wird weitergezüchtet und sich in Geduld geübt! Trimmen, sobald ich extrem unzufrieden bin, werde ich weiterhin, wenn ich dann auch hoffentlich nicht radikal kürzen muss wie jetzt, sondern mit 1-2 cm Trimms auskommen kann.

To be continued! :-)

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