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Hurray auf Seifen!

Mit steigendem Alter kommt auch mehr Weisheit, sagt man, und auf einige Dinge trifft das bei mir definitiv zu.
Wo mich bunte Bildchen, farbenfrohe Verpackungen und, seien wir ehrlich, speziell haarsträubende Versprechungen auf Produkten wie Shampoos, Cremes, Bodylotions etc. früher magisch anzogen und zum langen Verweilen vor Drogeriemarkttheken verführten, beäuge ich heute eher die Rückseite der Verpackung.
Dort befindet sich nämlich die Liste mit den Inhaltsstoffen, die sich für Laien wie böhmische Dörfer liest, mit ein bisschen Übung und Internet-Recherche aber verständlicher wird. Eine gute Quelle hierfür ist codecheck.info.
Viele Schöpfe und Häute vertragen konventionelle Kosmetik hervorragend und können so weiterhin in ihrer Entscheidungsfindung nach Shampoo, Bodylotion oder Creme schlicht nach dem Design der Verpackung gehen.
Designliebhaber finden mittlerweile jedoch auch in Bioläden und Reformhäusern Produkte mit ansprechender Optik. Diesbezüglich hat sich in den vergangenen Jahren enorm was getan und zusätzlich zum Kauf bekommt man das gute Gefühl, ein Produkt erworben zu haben, welches ohne Tierversuche ausgekommen und mit besseren Inhaltsstoffen, als in konventioneller Kosmetik enthaltener, versehen worden ist.
Der Griff zur Naturkosmetik folgt bei vielen Leuten nach erfolglosen Versuchen, ihre Haar-oder Hautprobleme in den Griff zu bekommen. Dementsprechend groß ist die Erwartungshaltung und die Enttäuschung, wenn auch die schonenderen Inhaltsstoffe nicht zu dem gewünschten Resultat führen.
Naturkosmetik enthält oft viel Alkohol zwecks Konservierung, was empfindliche (Kopf)Häute austrocknen und so zu Juckreiz und Schuppen führen kann.

Hier könnte der Versuch, Seife zur Haut-und Haarreinigung zu verwenden, interessant sein.
Seife ist doch austrocknend!“ Diese Worte hört und liest man immer wieder, was die Vorstellung, Seife an sich heranzulassen, fast zu einer Mutprobe werden lässt.
Mit Seife meine ich an dieser Stelle nicht jene industriell hergestellten Toilettenseifen, welche in Drogerien und Kosmetikregalen zu erwerben sind, sondern handwerklich hergestellte Seifen, die aus hochwertigen Fetten und Pflanzenölen im sogenannten „Kaltverseifungsverfahren“ entstanden sind. Ziel bei der Herstellung solcher Seifen ist es zumeist, diese Öle und Fette unvollständig zu verseifen, damit eine pflegende Wirkung, die sogenannte „Überfettung“, erzielt wird.
So lässt sich trockene Haut mit Ölen wieder geschmeidig pflegen und als Verbraucher weiß man ganz genau, welche Inhaltsstoffe vorhanden sind, ohne sich erst Fachwissen anlesen zu müssen.

Anfangs mutet es ungewohnt an, sich mit einem festen Seifenstück über Haut und Haare zu fahren, da jene Schaumberge, an die man durch Duschgels etc gewöhnt ist, sich meist nicht einstellen. Der Schaum, der beim Waschen mit Seife entsteht, ist jedoch ein viel weicherer, feinporigerer und luxuriöserer Schaum, der sich wunderbar zart anfühlt. Nach dem Abspülen mag die Haut sich stumpf anfühlen, aber wenn man ihr etwas Zeit gibt, reguliert sie ihren Fett-und Feuchtigkeitshaushalt bald selbstständig, ohne viel Eincremen.
Auch zum Haarewaschen ist Seife, in dem Fall spezielle Haarseife, für manche Schöpfe gut geeignet, aber dazu gibt es demnächst einen eigenständigen Blogpost.

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1 Comment

  • Reply Charlotte

    Liebe Meike,

    Dein Artikel bringt es auf den Punkt!

    Denn da wo auf der Vorderseite bunte Farben und hübsche Bildchen locken, sollte man erst recht prüfend auf die Rückseite der Produkte schauen! Da wird dir ganz schnell ganz anders.

    Ich habe das vor ein paar Jahren erstmals bewusst getan und mich mit den Inhaltsstoffen auseinandergesetzt. Und was soll ich sagen, das Ergebnis war erschreckend und hat mir die Augen geöffnet. Aber ich bin damit auch wieder zurück auf das gute alte Stück Seife gekommen – und siede nun alle meine Seifen selber. Es ist nicht nur schön, genau zu wissen, was in der eigenen Körperpflege drin steckt, sondern auch ein wunderbares Hobby.

    Ich freue mich sehr, dass das Bewußtsein dafür in der Allgemeinheit immer stärker wird.

    Vielen Dank für Deinen tollen Beitrag dazu, und liebe Grüße aus der Feinseiferei,
    Deine Charlotte

    8. Juni 2020 at 21:30
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