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Asche auf mein Haupt: Pflanzenhaarfarbe von Radico in der Nuance Aschblond

 Ausgangsmaterial

Mit meiner Naturhaarfarbe, einem satten, dunklen Aschblond, habe ich mich im Laufe der letzten 4 Jahre glücklicherweise angefreundet. Lange genug hatte es auch gedauert, weit über ein Jahrzehnt hindurch um genau zu sein, in welchem ich meinem damals so verschmähten „Straßenköterblond“ mit blondem Strähnchen oder Blondspray aus der Dose zu Leibe rückte.

Im Sommer 2011 war dann Schluss mit chemischer Farbe auf dem Kopf und ich begann, meine Haarfarbe nicht nur zu akzeptieren, sondern auch wirklich zu mögen. Was genau der Auslöser für den Sinneswandel war, kann für Interessierte hier nachgelesen werden.

Warum dann also nun das Experiment mit Pflanzenhaarfarbe, wenn ich doch so zufrieden mit meiner Naturhaarfarbe bin?
Naja, der Zahn der Zeit nagt leider auch an mir und die ersten Silberlinge zeigen sich. Noch sind es so wenige, dass ich sie an zwei Händen abzählen kann, aber man weiß ja nie, wann die frechen Racker beschließen, sich ungefragt zu vermehren.
So beschloss ich, die  Radico Pflanzenhaarfarbe in Aschblond einmal auszuprobieren, um für den Fall der Fälle gerüstet zu sein und herauszufinden a) welche Nuance meiner Naturfarbe am nächsten kommt und b) ob ich trotz meiner annähernden Naturhaarfarbe dennoch graue Haare abdecken kann, ohne chemisch färben zu müssen.
Hat es funktioniert? Lest selbst:

 

Radico Pflanzliche Haarfarbe „Aschblond“

 

 

Laut Hersteller bestehen die zertifizierten Pflanzenhaarfarben von Radico zu 100% aus Kräutern und kommen somit ohne Ammoniak, Wasserstoffperoxid und Parabenen aus.
Die aschige Blondnuancen enthalten keine Rotpartikel, so dass die Gefahr von orangestichigem Haar gebannt ist.

 

Inhaltsstoffe:

– Cassia Obovata (farbloses Henna)
– Indigofera Tinctoria (Indigo)
– Rubia Cordifolia (Manjistha)
– Emblica Officinalis (Amla)
– Eclipta Alba (Bhringraj)
– Bacopa Monnieri (Brahmi)

 

Packungsinhalt:

– 100g Pflanzenpulver
– Handschuhe
– Haube
– Pinsel zum Auftragen
– Packungsbeilage
 

Anwendung:

 Da mein Haar gut drei Handbreit überschulterlang ist, habe ich die vollen 100g Pflanzenpulver mit 300 ml heißem Wasser verrührt. Eine „joghurtähnliche“ Paste soll hier entstehen. Ich habe laut Hersteller-Empfehlung einen Esslöffel Apfelessig für ein noch besseres Farbergebnis untergerührt, mir die beiliegenden Handschuhe geschnappt und wagemutig mit dem Auftragen auf mein trockenes, ungewaschenes Haar begonnen.
Schnell merkte ich, dass ich mit den Handschuhen kein gutes Gefühl beim Einarbeiten der Mischung ins Haar bekomme und verzichtete deshalb alsbald auf sie. Auch den beiliegenden Pinsel habe ich ignoriert und mich einzig auf meine Hände verlassen.
Da ich wirklich viele Haare habe, reichte die angerührte Mischung gerade eben so. Auch merkte ich, dass die Paste für meinen Geschmack zu zähflüssig war und musste mit mehr Wasser nachjustieren, um wirklich alles gleichmäßig verteilen zu können.
Nach getaner Arbeit setzte ich mir die Haube auf, schlang noch ein Handtuch zwecks Intensivierung der Wärme um den Kopf und ließ die Farbe etwa 2 Stunden lang einwirken. Die empfohlene Einwirkzeit von mindestens 60, besser noch 90 Minuten ist hier nur ein Richtwert, länger geht immer!
Ich wollte neben Grauabdeckung auch noch eine ordentliche Portion Pflege mitnehmen, wie mir das bei meinen Cassia-Haarkuren in sehr guter Erinnerung geblieben ist.

 

Grüne Pampe auf dem Kopf

 

Nach Ablauf der Einwirkzeit spülte ich mir den stark nach Heu und Matcha-Tee duftenden Brei aus den Haaren, was eine ordentliche Zeit in Anspruch genommen hat.
Die mechanische Beanspruchung des Haars durch das Färben und Ausspülen hatte einen erhöhten Haarverlust unter der Dusche zur Folge, wie ich leider bemerken musste.
Da ich mein Haar stets lufttrocknen lasse, musste ich meine Ungeduld im Zaum halten, was mir generell nicht leicht fällt. Doch schon im handtuchtrockenen Zustand fiel mir eine leichte Aufhellung der Haare auf. Ui, wohl doch eine zu helle Nuance erwischt?

 

Ergebnis:

Die finale Bewertung hob ich mir bis zum nächsten Morgen mit ausreichend Tageslicht auf und lasse jetzt erstmal die Bilder sprechen, die ich jeweils bei indirektem Tageslicht, gleicher Kameraeinstellung und gleicher Position aufgenommen habe:

 

Vor der Färbung: 
Vor der Färbung

 

Vor der Färbung

Nach der Färbung mit Radico Aschblond:

 

Nach der Färbung mit Radico Aschblond

 

Nach der Färbung mit Radico Aschblond

Fazit

Wie Ihr seht, seht Ihr nix. Okay, das ist übertrieben, denn eine leichte Aufhellung und einen warmen Glow sieht man schon, ich zumindest, denn ich sehe meine Haare ja jeden Tag.

Konnte ich also mit Radico Aschblond meine Naturhaarfarbe „behalten“?

 Jein. Die Haare sind einen Tick heller und warmstichiger, als hätte die Sonne mich in einem Urlaub sanft geküsst. Um möglichst detailgetreu meine natürliche Haarfarbe zu treffen, hätte ich demnach die Nuance „Dunkles Aschblond“ auswählen müssen. Erwähnenswert ist aber, dass die Färbung noch ein wenig nachdunkeln kann durch Oxidation mit der Luft. Nach 5 Tagen weiß ich also mehr.

 
Was ist mit den Silberlingen?

Die Silberlinge habe ich erfolgreich vertreiben können, yay! Finden konnte ich zumindest keine, und das ist doch was!

 

Und sonst so? 

Die Haare fassen sich ungemein weich an und glänzen sehr schön. Es ist definitiv ein Unterschied in Haptik und Optik zu spüren. Die Haarfarbe sieht absolut natürlich aus, von garstigen Orange-oder Gelbstichen keine Spur.

Ich bin also sehr zufrieden mit diesem Experiment. Falls meine Haare nicht nachdunkeln sollten, weiß ich jetzt also, welche Nuance ich künftig wählen werde, nämlich „Dunkles Aschblond“.
Pflegewirkung und Grauabdeckung überzeugen mich und der Preis von 10,90 EUR ist hier auch zu verschmerzen.

 

 

Weitere Erfahrungsberichte könnt Ihr bei Elfie, bei Nicole, bei Viktoria und Mexicolita nachlesen.
Habt Ihr Erfahrungen mit Pflanzenhaarfarben oder gar mit Radico selbst?
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10 Comments

  • Reply Ginni

    Ich habe mal Honigblond ausprobiert. Leider habe ich farblich keinen Unterschied bemerkt, wirklich gar nicht. Die Haare waren gepflegter, aber sonst…würde ich nicht erneut kaufen.

    27. März 2016 at 11:36
    • Reply DurchgrueneAugen

      Wenn Du nix gesehen hast, dann macht ein Nachkauf wirklich keinen Sinn. Dann wäre farbloses Henna (Cassia) einfach zur Pflege wohl sinnvoller.

      27. März 2016 at 18:42
  • Reply 11iE

    Ich hätte gedacht, dass man bei "unbehandelten" Haaren einen deutlichen Unterschied sehen kann. Ich muss ehrlich sagen, ich sehe den Unterschied zwischen vorher/nachher nicht wirklich – schade. :( Aber wenn Du sagst, sie deckt wenigstens die grauen Haare ab, werde ich, wenn die ersten grauen Haare bei mir auftauchen, noch einen Versuch mit der Haarfarbe starten. Vorher lasse ich wohl die Finger davon.

    27. März 2016 at 18:22
    • Reply DurchgrueneAugen

      Naja, genau darum ging es ja bei mir, ich wollte meine Haarfarbe ja auch nicht verändern! :-) Ich bin ja froh, dass die Nuance anscheinend doch ganz gut gepasst hat in dieser Hinsicht. Ein bisschen heller sind sie schon, aber der Unterschied ist sehr gering.

      27. März 2016 at 18:43
  • Reply Judith

    Huhu!

    Ich frag mich, wieso beim Aschblond keine Rotpartikel enthalten sind, Lawsonia Inermis ist doch rotes Henna. Weißt du, woher der aufhellende Effekt kommt? PHF kann ja eigentlich nicht aufhellen.

    Ich hatte letztes Jahr mal Radico Brown, aber lasse seit 9 Monaten meine NHF (sehr sehr dunkles Aschblond) rauswachsen und hab jetzt genau das Problem mit den Silberlingen… Grummel. Ich hatte eher vor, mir von ner Freundin demnächst mal nur die weißen einpinseln zu lassen, aber jetzt recherchier ich erstmal wie blöde, welche Nuance passen könnte.

    Freut mich aber voll, dass du so zufrieden bist.

    Liebe Grüße
    Judith

    1. Juni 2016 at 11:57
    • Reply DurchgrueneAugen

      Hallo Judith!

      Leider kann ich Dir das auch nicht sagen, tut mir leid. :-( Da meine Erfahrungen mit Henna, bis auf dieses Experiment, ansonsten auf farbloses Henna beschränkt sind.
      Aber Lawsonis Inermis ist doch hier gar nicht erhalten? Steht zumindest bei den INCIS nicht dabei…Hm.

      Dann haben wir ja eine ähnliche Naturhaarfarbe! :-) Bei mir passt wie gesagt diese Nuance hier ganz gut, eine dunkler wäre noch passender. Berichte mal, falls Du fündig wirst. :-)

      Liebe Grüße an Dich!
      Meike

      2. Juni 2016 at 12:27
  • Reply Judith

    Ich habe bisher Aschblond und Dunkles Aschblond probiert und sehe gar keinen Unterschied. Es hat auch nichts nachgedunkelt.

    20. März 2017 at 19:38
  • Reply Barbara

    Mich würde mal interessieren, inwieweit sich blondiertes Haar damit Tönen lässt. Ich hab mindestens zwei, wenn nicht mehr, Farben auf dem Kopf: mittelaschblond, blondiert und silber. Würde gerne wieder einheitlicher werden und hab von Radico aschblond hier, Trau mich aber noch nicht wirklich

    29. November 2017 at 16:40
    • Reply Meike/ Durch grüne Augen

      Ui, das weiß ich natürlich auch nicht, da meine Haare nicht gefärbt/blondiert waren. Ich kann mir zwar kaum vorstellen, dass Du mit Radico da „Schaden“ anrichten könntest, aber vielleicht fragst Du besser vorher den Kundenservice dort?

      11. Dezember 2017 at 17:23

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