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Getestet: Roggenmehl für die Haarwäsche [DIY]

Ich bin ja von Haus aus eine sehr neugierige Person. Speziell was die Haarpflege betrifft, bin ich durch diverse Foren mittlerweile hartgesotten und klatsche mir munter Dinge auf Kopf und Haare, die ich mir in dessen Nähe Jahre zuvor nicht einmal in meinen kühnsten Träumen habe ausmalen können.

Vor einigen Wochen las ich über die Haarwäsche mit Roggenmehl und schon schnell war mir klar, dass ich diese Methode unbedingt ausprobieren muss. Zur Not wird das Roggenmehl eben klassisch zum Brot backen verwendet, falls sich der ganze Spaß als Reinfall erweisen sollte, dachte ich mir.

Warum gerade Roggenmehl?

Korn und Schale des Roggen stecken voller Vitamine (vor allem B-Vitamine und Vitamin E), Mineralstoffe und Aminosäuren, die das Haar glätten und Feuchtigkeit binden können.Diese Haarwaschmethode hat außerdem die Vorteile vegan, preisgünstig und umweltfreundlich zu sein, da man sich Verpackungsmüll spart.

Roggenvollkornmehl ist hier dem feineren Roggenmehl vorzuziehen, da es aus den gesamten Bestandteilen der gereinigten Körner besteht und dementsprechend eine höhere Menge und Vielzahl an Mineralien aufweist.

Achtung: Andere Getreidesorten wie z.B. Weizen-oder Dinkelmehl eignen sich nicht für die Haarwäsche, da sie einen hohen Glutenanteil aufweisen, der die Haare verklebt und sich äußerst schwer auswaschen lässt.

Wie wird das Roggenmehl zubereitet?

Das Roggenmehl wird in einer Schüssel mit lauwarmen Wasser vermengt und mit dem Schneebesen gründlich verrührt, bis sich alle Klümpchen aufgelöst haben.

 

 

 

In puncto Mengenangaben kann man sich grob nach dieser Vorgabe richten:

 

1. Für kurzes bis schulterlanges Haar: 230 ml lauwarmes Wasser und 4 EL Roggenmehl

2. Für langes Haar: 300 ml lauwarmes Wasser und 5 EL Roggenmehl

 

Ich habe mich an die Vorgabe für langes Haar gehalten, habe aber festgestellt, dass die Menge sehr großzügig berechnet ist, ich wäre auch mit weniger ausgekommen.

Nachdem ich vor einer Woche in einer recht spontanen Aktion ca. 8 cm meiner Haare abgeschnitten habe, ist mein Haar wieder auf der damaligen Länge, also ein ordentliches Stück über der Schulter.
Nach dem Anrühren lässt man die Mehlmischung dann 1-2 Stunden durchziehen um sicherzustellen, dass sich alle Inhaltsstoffe des Roggenmehls gut gelöst haben und auch die gröberen Partikel eine homogene Masse ergeben.
Die Konsistenz sollte nun eine gelförmige sein.

 

 

Wie wird das Roggenmehshampoo angewandt?

Eigentlich ganz normal so, wie jedes andere Shampoo auch: Gründlich auf der Kopfhaut verteilen und einmassieren. Die Haare können ganz unbesorgt mit einbezogen werden, da die Masse weich und gut zu verteilen ist. Die Angst vor komischen Geruchserlebnissen ist unbegründet, denn das Shampoo riecht nach eigentlich nichts.
Ich habe das Shampoo bequem in der Badewanne angewandt, da es einige Minuten (5-10) einwirken soll. Die Vorstellung, frierend mit einer kalten Haarpackung in der Dusche zu stehen, löste Unbehagen bei mir aus. Wäscht man sich die Haare aber separat über Kopf, kann man sie in der Zwischenzeit in einem Handtuchturban verpacken.
Nach der Einwirkzeit sehr lange und gründlich ausspülen, bis man wirklich das Gefühl hat, jegliche Reste aus dem Haar entfernt zu haben.
Zu meiner großen Überraschung fühlten sich meine Haare beim Ausspülen sehr weich und seidig an. Üblicherweise verkletten sie bei der Haarwäsche sehr gern, so dass ich beim Auskämmen mit großen Filznestern, speziell im Nacken, zu kämpfen habe.

 

Und? Wie sind die Haare geworden?

Das ist natürlich das Spannendste an der ganzen Sache: Sind die Haare sauber geworden? Fallen sie gut? Gibt es Schuppen?

Ja, die Haare sind sauber geworden. Ich hatte Zweifel, ehrlicherweise. Im handtuchtrockenen Zustand fühlten sie sich ein wenig wachsig an, als wären Rückstände im Haar verblieben.
Auch nachdem sie komplett getrocknet waren, was bei mir (ich lasse stets lufttrocknen) ca. 3 Stunden dauert, waren einige Strähnen klätschig, ein Gefühl, das ich von der Seifenwäsche kenne, wenn sich entweder Kalkseife gebildet hat oder eine Ölkur nicht richtig ausgewaschen wurde.
Am Tag darauf sind meine Haare aber wirklich schön. Sie sind sehr weich, aber nicht so flutschig-weich, wie man das von Shampoo bisweilen kennt, sondern zugleich griffig. Sie erinnern mich sehr an meine Haare nach einer geglückten Seifenwäsche.
Die Kopfhaut ist ruhig, keine Schuppen, kein Juckreiz. Beim Bürsten der Haare fallen aber vereinzelt feine Rückstände des Mehls ins Waschbecken.

 

 

Kann man das Roggenmehlshampoo noch verfeinern?

Natürlich kann man das Shampoo mit Zusätzen versehen, die auf den jeweiligen Haartyp abgestimmt sind. Ich habe hier die ganz einfache Grundmischung vorgestellt.
Denkbar wären beispielsweise Zitronensaft für schnell fettendes Haar, Kaffeesatz zur Vitalisierung, Honig oder Joghurt, um noch mehr Feuchtigkeit ins Haar zu bringen, etc. Der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt.
Möglich ist es auch, das Roggenmehlshampoo mit Tee anstelle des Wassers anzurühren. Eine abschließende Rinse mit Essig oder Zitrone wäre auch spannend auszuprobieren. Wie immer eine Frage von Trial and Error, da jeder Schopf anders ist.

Würdest Du es noch einmal verwenden?

Definitiv Ja, denn es gefällt mir wider Erwarten wirklich gut. Beim nächsten Versuch würde ich mit einer abschließenden Rinse experimentieren.
Dennoch wäre dieses Shampoo nicht das alleinige Haarwaschmittel der Wahl für mich, da ich wahnsinnig gern neue Shampoos, Seifen und Shampoobars ausprobiere, also die Abwechslung liebe. Auch ist diese Anwendung im Alltag nicht sehr praktikabel, da das Shampoo einige Stunden ziehen muss.
Spannend finde ich aber die Tatsache, dass man seine Haare mit 2 Zutaten sauber und gepflegt bekommt. Ich war sehr skeptisch, aber es hat funktioniert!
Habt Ihr Eure Haare schon einmal mit Roggenmehl gewaschen? Steht Ihr solchen Methoden aufgeschlossen gegenüber oder habt Ihr auf solche Panschereien keine Lust?
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14 Comments

  • Reply Fräulein Immergrün

    Verrückt, ein Shampoo aus Mehl! Ich glaube, ich bin da nicht so experimentierfreudig wie du ;) Bei hellen Haaren fällt das Mehl sicherlich nicht so auf, wie bei der dunklen Haaren. Oder was denkst Du?
    Das größte Experiment ist bisher die Lavaerde von Logona – von der ich allerdings positiv überrascht bin.

    Grünste Grüße

    1. November 2015 at 20:13
    • Reply DurchgrueneAugen

      Auffallen tut das Mehl keinesfalls, ich denke man muss die Haare, wenn sie vollständig getrocknet sind, halt sehr gut durchkämmen/bürsten, um alle eventuellen Reste zu entfernen. Meine Haare sind ja dunkel-dunkelblond, deswegen denke ich, man hätte es gesehen, wenn die Mehlreste wirklich sichtbar gewesen wären. Mein Freund hat auch nix gesehen! :-)
      Liebe Grüße!

      1. November 2015 at 21:08
  • Reply strawberrymouse germany

    Dadurch, dass ich bzw. meine Kopfhaut nur schlecht mit Tensiden zurecht komme/t, bin ich Alternativen sehr aufgeschlossen gegenüber. Nachdem mein allererster Brotbackversuch allerdings ausgerechnet ein Roggenbrot sein musste und der Teig geklebt hat wie nichts Gutes, habe ich die Idee mit Roggenmehl zu waschen erst mal verworfen. Vielleicht sollte ich mich doch mal ranwagen!

    1. November 2015 at 20:49
    • Reply DurchgrueneAugen

      Mach das ruhig mal! Vielleicht nicht gerade dann, wenn ein wichtiger Termin ansteht, sondern eher mal an einem entspannten Wochenende oder so. :-)
      Klebrig kam mir meine Mischung überhaupt nicht vor, eher gelartig. Sie ließ sich auch wirklich gut auswaschen. Verrückt, aber wahr.
      Liebe Grüße!

      1. November 2015 at 21:10
  • Reply Projekt Schminkumstellung

    Liebe Meike,
    Roggenmehl wartet bei mir zu Hause auch noch auf einen Haarwasch-Versuch (: . Mit meiner Lavaerde bin ich ja mehr als zufrieden, aber ausprobieren werde ich es trotzdem mal. Danke für deinen ausführlichen Erfahrungsbericht und liebe Grüße.

    2. November 2015 at 18:24
    • Reply DurchgrueneAugen

      Bitte, sehr gern! :-) Mir machen solche Experimente ja meist ein Mordsspaß.
      Bin gespannt wie Du es finden wirst! Lavaerde muss ich aber auch noch richtig testen.
      Liebe Grüße!

      2. November 2015 at 18:49
  • Reply Panda Mum

    Ich habe seit ungefähr einem Jahr eine Packung Waschnüsse herumstehen, die ich hochmotiviert gekauft habe nachdem ich bei Blanc et Noir einen Shampoo DIY Beitrag gesehen habe. Also man merkt vielleicht, ich bin doch nicht allzu experimentierfreudig auf diesem Gebiet. Trotzdem hört sich die Roggenmehl Haarwäsche sehr interessant an, vielleicht überkommt es mich doch noch :D
    Ganz liebe Grüße

    2. November 2015 at 19:18
    • Reply DurchgrueneAugen

      Huhu! :-)
      Waschnüsse kenne ich nur vom Hörensagen, ist aber bestimmt auch spannend. Mit was man sich so alles die Haare waschen kann, ist schon faszinierend, oder? Noch vor wenigen Jahren wäre ich nie auf den Gedanken gekommen, was anderes als Shampoo zu benutzen.
      Ich hoffe doch, dass es Dich noch überkommt mit dem Roggenmehl. :-)
      Liebe Grüße!

      2. November 2015 at 19:49
  • Reply Jenny Zeitvertreib

    Völlig verrückt, aber wenn es funktioniert :-)
    Für mich wäre das Gepansche nichts. Bei mir muss es schnell und unkompliziert gehen. Ich finde es aber nochmal eine super Idee für diejenigen, die immer wieder Probleme mit normalen Shampoo haben. Vor allem auch günstiger als ein 10€ Shampoo aus der Apotheke! Liebe Grüße

    5. November 2015 at 7:22
    • Reply DurchgrueneAugen

      Verrückt trifft es wirklich! :-)
      Wie gesagt, wäre auch nix für das Routine-Haarewaschen bei mir. Ich liebe einfach die Abwechslung und möchte nicht auf Schaum und schönen Duft verzichten.
      Liebe Grüße!

      5. November 2015 at 8:45
  • Reply Katta

    Sehr interessant, vielen Dank :)

    Allerliebste Grüße,
    HOLYKATTA

    5. November 2015 at 11:29
    • Reply DurchgrueneAugen

      Freut mich wenn es Dir gefallen hat!
      Liebe Grüße zurück! :-)

      5. November 2015 at 11:32
  • Reply Lena

    Weißt du? Und am Ende kannst du auch das weg lassen und nur mit Wasser waschen. Oder das Roggenmehl als Trockenshampoo verwenden und wieder ausbürsten. Ich kann gar nichts anderes als Wasser benutzen, weil ich von allen Produkten mit Alkohol und Glycerin trockene Haut bekommen. Auf dem Kopf heißt das Schuppen. Ätzend! Und selbst Shampoos die nur ein Tensid enthalten werden nach ein paar Wäschen problemtisch.

    Ich weiß, mit Schaum verbinden wir Sauberkeit, aber ich würde echt raten Shampoo nur verdünnt zu verwenden. Man braucht nicht viel Tenside um das Haar sauber zu bekommen. Und so reicht auch das Shampoo viel länger. Und NK Shampoos lassen sich besser verteilen – ist ja manchmal so ein kleines Problem, wenn keine Silikone enthalten sind, die es flutschen lassen.
    Einfach 1-2 Spritzer in eine leere Shampoo Flasche, mit Wasser zu einem Drittel der Flasche auffüllen, schütteln und über das Haar geben. Einarbeiten, oder nicht, aber durch das Schütteln hat man Schaum auf dem Kopf, nur hat man nicht viel Shampoo dafür benutzen müssen.
    Die Längen brauchen das Ganze ja sowieso nicht, da reicht das ausgespülte Shampoo und das Wasser um Staub und so mitzunehmen.

    Weil ich den Duft und das glatte Gefühl auch so liebe, spüle ich das Haar nach der Wasserwäsche mit einem ätherischen Öl, das ich in eine große Flasche mit kaltem Wasser gegeben hab. Z.B. Ylang Ylang. Das geht momentan ganz gut. Aber ich würde auch gern lieber einfach shamponieren können. Allerdings hab ich den Eindruck, dass mein Haar schneller wächst.

    Schöner Artikel!!! :) Vielen danke dafür!

    30. Juli 2016 at 21:44
    • Reply Meike/ Durch grüne Augen

      Genau so mache ich das auch schon Ewigkeiten. :-) Ich verdünne mein NK-Shampoo stets, weil es sich dann besser verteilen lässt, man weniger Produkt (ver)braucht und es einfach milder wird. Danke für den Tipp mit der anschließenden Spülung! Bisher habe ich ab und an 1 Eßlöffel Apfelessig auf ca 1 l Wasser gegeben und mir diese Rinse nach der Haarwäsche über den Kopf gegeben. Mal spüle ich sie aus, mal lasse ich sie im Haar. Das mit dem ätherischen Öl klingt aber auch echt gut!

      31. Juli 2016 at 14:29

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